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OFFENER BRIEF 2007

„Kulturschutzbund“ für Kulturstadt:jahr

Vor dem Hintergrund der prekären haushaltspolitischen Situation in der Landeshauptstadt Magdeburg, die neu-dimensionierte gesellschaftspolitische Folgen zeitigt, wenden sich Kunstund Kulturschaffenden aus Magdeburg mit dem folgenden Offenen Brief an die Öffentlichkeit Offener Brief als PDF-Datei [18 KB]
Der Text ist auch unter
www.kulturstadtja.de abgelegt. Dort besteht auch die Möglichkeit, sich ins Gästebuch einzutragen.

Offener Brief

Vor dem Hintergrund der prekären haushaltspolitischen Situation in der Landeshauptstadt Magdeburg, die neu-dimensionierte gesellschaftspolitische Folgen zeitigt, wenden sich Kunstund Kulturschaffenden aus Magdeburg mit dem folgenden Offenen Brief an die Öffentlichkeit

„Kulturschutzbund“ für Kulturstadt:jahr

Das Land Sachsen-Anhalt gibt vor, dass seitens der Landeshauptstadt Magdeburg Einsparungen von 20 Millionen Euro im laufenden Haushaltsjahr nötig seien, um den vom Stadtrat im Dezember 2006 verabschiedeten städtischen Haushalt genehmigen zu können.
Diese Forderung stellt eine neue Dimension in der scheinbar endlosen Kette von Haushaltseinsparungen dar, denen nicht nur ein geplantes Kulturstadtjahr zum Opfer fallen wird: an deren Ende steht vielmehr ein dramatischer Verlust an Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Magdeburg und Sachsen-Anhalts. Ein Grund mehr, die Region zu verlassen.

Wir, die Unterzeichnenden, können und wollen diese ideen- und phantasielosen Entwicklungen nicht schweigend und tatenlos hinnehmen. Wir fordern ein Umdenken im Haushalts- und Finanzgebaren in allen politischen Bereichen. Wir erwarten von den gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Politik in Stadt und Land, dass sie verantwortungsbewusst agieren und nicht - in vermeintlich sachzwanggesteuerter Ohnmacht – gesellschaftliches Leben strangulieren.
Neu ist im Übrigen die Tatsache nicht, dass gerade im geistig-kulturellen Bereich Leistungen als erstes in Frage gestellt werden, da sie, als „freiwillige“ Aufgaben deklariert, nicht zum Spektrum notwendigen politischen Handelns gehörten.
Kultur aber ist Pflicht. Kulturschutz ebenso. Und zwar auf allen Ebenen.
Damit die geistig-kulturellen Ozonlöcher nicht weiter wachsen und zu irreparablen Schäden führen.
Ein verbranntes Buch hinterlässt mehr als nur Asche.
Unsere Kultur-Landschaft, das gesamte gesellschaftliche Leben vertragen weitere Kürzungen nicht mehr.

Nebenbei: die 77.600 Euro, die durch die Verfügung der Kommunalaufsicht an Zuschüssen für Kulturvereine in der Landeshauptstadt nicht ausgezahlt werden dürfen, entsprechen den Kosten für gerade einmal 77,6 Meter jenes 12 km langen Schutzzaunes, der gegenwärtig in Heiligendamm gebaut wird, um das G-8-Treffen im Juni abzusichern. Deshalb schließen wir uns zusammen, initiieren den Kulturschutzbund und lassen Aktionen
folgen.

Erstunterzeichner:

Jacqueline Brösicke
Fraueninitiative Magdeburg e.V. / Volksbad Buckau / Frauenzentrum Courage
Horea Conrad
Vorsitzender DerART e.V.
Nadja Gröschner
Geschäftsführerin PAKK e.V. / Kulturzentrum Feuerwache
Chritoph Hackel
ARTist e.V. / Kulturzentrum Moritzhof
Dirk Heidicke
Autor
Dan Klinger
Stellv. Vorstand Unterhaltungsbrigaden e.V.
Sabine Kunz
Bildende Künstlerin
Mirko Lange
Geschäftsführer Unterhaltungsbrigaden e.V.
Karin Meinecke
Kultur- und Heimatverein Magdeburg e.V.
Norbert Pohlmann
Kunst Kultur Konzepte / Geschäftsführer Forum Gestaltung e.V.
Töchter Magdeburgs
Ulrich Rogge und Wolfgang Mitschke
Literarische Gesellschaft Magdeburg e.V.
Mirko Stage und Christian Szibor
Vorstandssprecher KulturSzene Magdeburg e.V. / Festung Mark Magdeburg
Gisela Zander und Wolfgang Domhardt
Literaturhaus Magdeburg e.V.