festval impuls
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Verehrtes Publikum,
spannende Musik hält immer die Balance zwischen „richtigen“ und „falschen“ Tönen. Richtige Töne sind die, die wir kennen und erwarten. Die Neuen, die Unerwarteten, das sind die richtigen „falschen“ Töne.
Von Bach bis Boulez - immer hat dieses Wechselspiel die Zuhörer überrascht und die Musik weiter entwickelt.
In den letzten 100 Jahren haben die Komponisten dabei eine fantastische Skala an Sprachen erfunden: atonale und serielle Systeme, Zwölftonmusik und Minimal Music sind nur einige davon. Sprachen, die man nicht immer gleich verstehen kann.
1913 schockierte Igor Strawinskys „Sacre du Printemps“ noch die Welt mit einer Explosion an „falsch“ empfundenen Tönen. Heute versteht man seine Sprache.
Die Orchester haben diese Entwicklung am eigenen Klangkörper erfahren, ihr Repertoire ist explosionsartig gewachsen und wächst täglich weiter.
Als Dirigent und Komponist kann mir diese Entwicklung fast nicht schnell genug gehen: Es warten so viele aufregende Partituren aus der Gegenwart und der direkten Vergangenheit auf uns und auf Sie!
Als Intendant liegt mir die Vermittlung der Neuen Musik besonders am Herzen.
Neue Musik zu hören, heißt sich dem Unbekannten zu öffnen und sich damit auf ein großes Abenteuer einzulassen.
Davon weiß auch Olek, die Hauptfigur in unserem Backstage-Projekt eine Geschichte zu erzählen. Unter der Patenschaft von Dominique Horwitz interpretieren vier Schulklassen aus Sachsen-Anhalt dieses spannende Musiktheater. Der Belgier Wim Henderickx hat die Musik dazu komponiert. Als diesjähriger Composer in Residence leitet er auch die Orchesterwerkstatt für junge Komponisten.
impuls ist ein Orchesterfestival und damit einzigartig. Das zeigt sich schon mit der ersten Veranstaltung: dem G6-Gipfel für die Neue Musik. Sechs Dirigenten dirigieren ein Orchester; bei den Orchestertreffen musizieren sogar immer zwei Orchester zusammen.
Das Internetradio Radio Festival wird ganzjährig die Aktivitäten des Festivals und der Künstler mit einem innovativen Programm begleiten.
Besonders freue ich mich darüber, dass es uns bereits im ersten Jahr gelungen ist, impuls mit den bereits bestehenden Musikfesten in Sachsen-Anhalt zu verbinden:
Das Abschlusskonzert des impuls Festivals wird den Auftakt für die Hallischen Musiktage bilden, an die wiederum das Tonkünstlerfest Magdeburg anschließt.
Ich wünsche Ihnen und uns allen anregende und aufregende Erlebnisse mit den richtigen „falschen“ Tönen.
Ihr Hans Rotman
Intendant Festival impuls