Laudatio
Der Dinge Stand 2009 | Fortsetzung 1 | Fortsetzung 2
Jörg-Heiko Bruns
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18. Mai 2009
Der Dinge Stand 2009
Rede zur Eröffnung der Ausstellung mit 32 bildenden Künstlern Magdeburgs am 19. Mai 2009
Es gilt das gesprochene Wort !!!
(Die in dieser Endfassung kursiv gedruckten Textteile waren zur Kürzung vorgesehen, wurden z.T. aber vorgetragen.)
Ein herzliches Dankeschön meinen Vorrednern für die freundlichen Worte.
Liebe, in großer Schar versammelte Künstler und Freunde der Kunst,
verehrte Gäste,
sehr geehrter Herr Dr. Koch, sehr geehrter Herr Heite, sehr geehrter Herr Pohlmann, liebe Mitstreiter,
vor allem aber liebe Sponsoren!, Auf komme ich natürlich darauf noch ganz besonders zu sprechen.
Sie bemerken schon richtig, dass ich sehr erfreut und auch etwas aufgeregt bin, hier vorn stehen zu dürfen, um eine bemerkenswerte Bilder-Schau zu eröffnen. Nach 19 Jahren gibt es für Magdeburg erstmalig wieder eine Ausstellung mit bildender Kunst der meisten in dieser Stadt und ihrer Umgebung ansässigen Künstler. Hierfür eine Laudatio, eine Lobrede, zu halten, wie angekündigt, schließt sich schon aufgrund gegenwärtiger öffentlicher Diskussionen aus, denn es wird in meinen Annotationen auch Einiges kritisch zu hinterfragen geben: Also eine Laudatio, die Kritik nicht ausschließt. Zunächst aber ein großes Dankeschön an alle Künstler, die uns, das sind der Kurator und der Projektleiter Frank Borisch und das Beraterteam Cathleen Meier, Reinhard Rex und Wolfgang Rossdeutscher, die 32 Künstler, sie uns also außerordentlich bereitwillig entgegenkamen und alles dafür taten, dass diese Ausstellung ein Erfolg wird. Bis hin zu den elektronischen Dateien, die wir erbaten und von fast allen bekamen. Wie stolz waren wir, diese Dateien in den Händen zu halten, doch hier haben wir Lehrgeld gezahlt, denn wir wussten gar nicht, wie viele Möglichkeiten es gibt, Kunst in eine elektronische Datei zu verwandeln, Daraus allerdings etwas Einheitliches zu machen, bedurfte es nun einiger Helfer, bei denen wir uns ebenfalls sehr herzlich bedanken, vor allem bei dem Drucker Holger Eggert, der mit außerordentlicher Geduld die Ausführung unserer Drucksachen ansteuerte. Danke Holger Eggert. Annedore Policek steuerte ihre Zeichnung mit den lebendigen Säulen in den Farben der Stadt Magdeburg als bindendes, verkettendes Element bei. Wir sind froh, die Faltblätter, Flyer auf neudeutsch, in einer hohen Auflage in Umlauf gebracht zu haben, endlich mal wieder ein Plakat zur bildenden Kunst in Magdeburg an der Litfasssäule zu sehen auch wenn es im untersten Stockwerk geklebt wurde und wir freuen uns, Ihnen heute unseren bescheidenen aber sehr gut gestalteten Katalog vorstellen zu können. Auch dafür ein Dankeschön an Annedore Policek und den Gebrauchsgrafiker/Grafikdesigner Dieter Ramdohr, der nach traditionellen Spielregeln eine solide Arbeit ablieferte, indem er alle modischen Anwandlungen vermied. Wir bedanken uns bei dem Forum Gestaltung, das uns seine Räume zur Verfügung stellte und dessen Leiter und Mitarbeiter tatkräftig Vorbereitung und Aufbau der Ausstellung unterstützten. Danke Norbert Pohlmann, Eva Reulecke und danke vor allem auch den starken Männern des Hauses Otto und Mike und den jungen Praktikanten Paul und Martin, die sich sogar echt für bildende Kunst interessierten.
Wir hätten die Ausstellung nicht so bauen können, hier im Innern sozusagen als Ausstellungsgehäuse, hätte es nicht die Unterstützung des Stadtplanungsamtes mit den Stellwänden gegeben, Dank dem Leiter des Stadtplanungsamtes Herrn Olbrich und seinem engagierten Mitarbeiter Herrn Weinreich, die sich von Anfang an für unsere Sache sichtbar einsetzten.
Über Geld redet man nicht, heißt es eigentlich, aber ohne die Unterstützung der Landeshauptstadt Magdeburg, gesteuert vom Kulturbüro, ohne die Stadtsparkasse Magdeburg, die Lotto Toto GmbH Sachsen-Anhalt und die Städtischen Werke Magdeburg wäre unser Unternehmen nicht denkbar und bezahlbar gewesen. Dank diesen Einrichtungen ihren Chefs und den aufgeschlossenen Mitarbeitern ganz besonders.
Wie wichtig aber auch andere Unterstützung ist, zeigt die großzügige Hilfe der Magdeburger Verkehrsbetriebe, die mit ihren Möglichkeiten für unsere Ausstellung werben, sogar mit Laufschrift am MVB-Kiosk am Hasselbachplatz und die Kommunalen Informationsdienste Magdeburg, die eigens für diese Ausstellung eine Web-Site einrichteten und schalteten, die schon vor der Eröffnung unter www.bildende-kunst-in-magdeburg.de angeklickt werden konnte. Danke Frau Muhl-Hüneke, Marketing-Chefin der MVB und Ihren Mitstreiterinnen, Danke Herr Dr. Wandersleb, Geschäftsführer der KID und dem Web-Site-Macher Nils-Christian Faulhaber. Und da gibt es noch etwas ganz Besonderes zum Abschluss der Dankesliste. In Magdeburg gibt es die Bauunternehmung Toepel GmbH. Das Schild der Firma ist im Stadtbild und außerhalb öfter zu sehen, auch am Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen. Dass Herr Toepel sich aber auch für Kunst engagiert und auch Kunst sammelt, das weiß ich erst seit dem Februar dieses Jahres. In ungeahnter Breite und Intensität gelang es Frank Toepel, weitere 20 Sponsoren im Freundes- und Kollegenkreis zu finden, und vor allem den Transport der Plastiken und deren Aufbau durch seine Firma zu sichern. Dank dieser kunstfreundlichen Bauunternehmung, kamen unsere Planungen und Vorbereitungen in ein relativ ruhiges Fahrwasser. Danke der Bauunternehmung Toepel und den Freunden und Kollegen des agilen und hilfsbereiten Unternehmers. Zum Schluss auch Dank an die ÖSA, die ob der hohen Versicherungssumme kurzfristig noch ein Warnsystem als Sponsorenleistung einbaute und Dank an die Firma Rasch, die in unseren Drucksachen noch nicht aufgeführt wird, aber die Transporte der großformatigen Bilder übernahm.
Sehr verehrte Damen und Herren, ich gestehe gern, auch wenn ich schon viele Ausstellungen vorbereitet und eingerichtet habe, ich hätte mir nicht vorstellen können, wie schnell ein Projekt aus Kostengründen am seidenen Faden hängen kann. Und deshalb ist dem Berufsverband Bildender Künstler als Veranstalter, sicher auch im Namen der ausstellenden Künstler, ein Dank zu sagen für den Mut, sich hier den Hut aufzusetzen und mit dem Kulturbüro der Landeshauptstadt und dem Forum Gestaltung in der Kürze der Zeit und bei zunächst nicht ganz gesicherten Finanzen das Projekt anzugehen. Nun ist der Anfang gemacht, auch wenn längst noch nicht alle Rechnungen bezahlt sind. Darum bitten wir Sie auch im Ansachluss den guten Wein des Hauses nachher selbst zu bezahlen. Sorry.ö
Es fiel das Wort von den „wachgeküssten“ Künstlern. Natürlich gibt es auch hier verschiedene Sichten und nicht alle waren einer „Erstarrung“, wie zu lesen war, verfallen. Ich denke da nur an die Künstler, die interdisziplinär über etwa 15 Jahre hinweg ein internationales Textil-Symposium veranstalteten. Dies findet nun 2009 mit der Ausstellung „Finito“ im Himmelreich ein trauriges Ende, weil niemand in den Amtsstuben von Stadt und Land wirklich bemerkt hatte, dass es sich hier um ganz wichtige Traditionen handelt, die nun keine Förderung mehr erfuhren. Auch der Thesenanschlag an der ehemaligen Staatsbank zeugt von der Lebendigkeit der Magdeburger Kunstszene. Und dennoch: Ich gestehe freimütig, dass auch ich zu den Kritikern der Künstler gehöre, die immer darauf gewartet haben, dass irgendetwas passiert oder immer mal Forderungen nach Ausstellungsmöglichkeiten stellten, ohne ein einziges Mal eine entsprechenden Konzeption auf den Tisch des Hauses, beispielsweise des Rathauses oder des Verbandes zu legen. Dass hier aber das Maß nun doch voll war zeigte sich daran, dass im vorigen Jahr parallel zueinander an zwei Stellen die Idee für eine Ausstellung mit Magdeburger Künstlern entstand. Auf der einen Seite war es der BBK-Vorsitzende Jochen P. Heite, der auch den Herbstsalon organisiert, der im Forum vorstellig wurde und auf der anderen Seite verfolgten Künstler, die u.a. im Kunstbeirat der Stadt waren oder sind die gleiche Idee. Nach einiger Verwirrung klärte sich auch für das Forum Gestaltung, dass das ja die gleiche Idee war und man eigentlich nur erst einmal konzeptionell klären und vorbereiten musste. Ein Kurator, der der Magdeburger Künstlerschaft seit Anfang der 1970 Jahre sehr verbunden ist wurde gefunden und der suchte sich einen Projektleiter, von dem er wusste, dass dieser ein Mann der Praxis ist und nicht nur ein feinsinniger Pastell-Maler. Und schon konnte im gebotenen Eiltempo, auch in ständiger Absprache mit dem aus drei Künstlern bestehenden Beraterteam, die Arbeit beginnen. Wir hatten ja nur drei Monate Kernzeit, um alles ins Laufen zu bringen, ein straffer Zeitplan, eine genaue Checkliste und die sich ständig verändernden Finanzpläne waren Ausgangspunkt.
Ein Magdeburger Stadtrat hat vor gar nicht allzu langer Zeit in diesem Hause hier, auch vor anwesenden Künstlern, gesagt, dass es in Magdeburg ja keine Künstler gäbe. Eine kulturpolitische Farce oder Provokation? Ich will das nicht weiter beleuchten, denn auch in musealen Bereichen werden Magdeburger Künstler ja kaum oder nur in Ausnahmefällen wahrgenommen. Wir jedenfalls haben an die 40 Ateliers in Magdeburg und der Region besucht und uns ausführlich mit dem Werk jedes Einzelnen beschäftigt, wir haben auch Internetseiten angeklickt und über Qualitäten beraten und haben entsprechende Ausstellungen angesehen. Nicht immer ist uns die Auswahl leicht gefallen, erst recht nicht die ganz wenigen Absagen, die es gab.